JUGENFONDS für Dessau-Roßlau geht an den Start

Nicht ohne Stolz sitzen Laura, Sarah, Eduard, Elias und Jonas am 24. März 2016 auf dem Podium im Dessauer Nordklub. Zum extra anberaumten Pressegespräch stellen die 11 bis 14-Jährigen das Ergebnis ihrer zahlreichen Treffen und Diskussionen vor. Herausgekommen ist EIN JUGENFONDS FÜR DESSAU-ROSSLAU, denn die jugendliche Kerngruppe des JUGENFORUMS (mehr dazu hier…) entwickelt hat. Dort können Kids zukünftig eigene Projekte einreichen. Der Clou des Ganzen:  Der Fonds ist mit 5.000 Euro nicht nur ansehnlich ausgestattet, sondern wird vom Jugendforum auch selbst verwaltet. Wahrlich ein Quantensprung in Sachen Kinder- und Jugendbeteiligung in der Stadt, gefördert von der PARTNERSCHAFT FÜR DEMOKRATIE.


„Zuerst werden wir Ihnen etwas über unser Jugendforum erzählen“, sagt Laura Ettlich  und schaut dabei leicht verlegen zu ihrem Mitstreiter Jonas herüber. Der geneigte Zuhörer erfährt dabei, dass eine Kerngruppe aus sechs bis acht engagierten Jugendlichen sich seit Herbst letzten Jahres mindestens zweimal im Monat trifft. In den letzten Wochen stand dabei die Erarbeitung von Antragsformularen, Ausschreibungsrichtlinien und einer Satzung für den Jugendfonds im Mittelpunkt. Den ganz wie bei den „Großen“ Förderprogrammen, geht es auch hier nicht ohne Bürokratie und Modalitäten. Um neune Mitstreiter_innen zu gewinnen, aber auch um den Jugendfonds überhaupt erst einmal bekannt zu machen, steht noch im April eine Tour durch die Jugendfreizeiteinrichtungen in Dessau-Roßlau auf dem Plan: „Die erste Station ist die Öhlmühle in Roßlau“, gibt Eduard routiniert bekannt. Vorstellungsrunden im Zoberberg-Club und im „Thomas Müntzer“ werden folgen. Die Schulen, so die Idee, sollen über die dortigen Sozialarbeiter_innen aktiv eingebunden werden.


„Wir haben drei große Kanäle die wir bespielen“, ist nun wieder Laura an der Reihe und stellt dabei auf die strategische Öffentlichkeitsarbeit zum Jugendfonds ab. Neben einer eigenen Homepage (mehr dazu hier…) und einem Facebook-Profil (mehr dazu hier…) wird gerade ein Flyer erstellt, der dann in Größenordnungen in Schulen und Jugendclubs verteilt werden soll. „Wir haben schon 62 Likes auf unserer Seite“, grätscht Projektleiter Uwe Schmitter vom KIEZ e. V. leicht süffisant ein und meint lächelnd damit, dass in Sachen soziale Medien durchaus noch Luft nach oben ist.

 
Die Homepage macht einiges her

Sarah Wolter unterbricht dann mit einer gekonnten Choreographie den Infoblock. „Angefangen hat das mit einer kleinen, süßen Idee“, beginnt sie nicht ganz ernstgemeint das mögliche Projekt „Schokoladeessen für das Jugendforum“ zu skizzieren. Schließlich stellt sich schnell heraus, dass es dabei nicht um den subventionierten Konsum von Süßigkeiten geht, sondern um die intensive Beschäftigung mit den Produktionsbedingungen in Afrika oder Lateinamerika: „Die Bauern bekommen nur ein Drittel der Erlöse, es werden Pestizide eingesetzt und es gibt Kinderarbeit.“ Auch wenn das nur eine Skizze ist, weist es doch die Richtung der zukünftigen Mikroprojekte, die sich die Macher_innen für den Jugendfonds wünschen.

Für Eduard Gerts, der sich völlig ohne Ironie als „Finanzminister“ bezeichnet, ist das eine Steilvorlage: „Die Wahrscheinlichkeit einer Förderung erhöht sich umso mehr Jugendliche an einem Projekt teilnehmen.“ Ergo, die drei Kriterien Jugendlichkeit, Gemeinnützigkeit und Gesetzeskonformität müssten erfüllt sein. Und, dass ist Eduard noch einmal wichtig zu betonen, die „maximale Fördersumme darf 400 Euro nicht überschreiten“. Auch wenn offensichtlich noch an einer Übersetzungsleistung für diese eher sperrige Begriffe gearbeitet werden muss, damit die potentiellen jugendlichen Antragsteller_innen auch etwas damit anfangen können, blickt die Gruppe optimistisch in die Zukunft.


Die Antragsunterlagen für den Jugendfonds sind schon entwickelt

Jonas Breitengrasser sekundiert: „Hey Leute, erklärt es bitte den anderen.“ Damit verweist er darauf, dass die potentiellen Antragsteller_innen, also beispielsweise Schulklassen oder Gruppen aus einem Jugendclub, ihre Projektidee den Mitgliedern des Jugendforums persönlich vorstellen können. Auch eine Art Antragsberatung  und die Kooperation mit potentiellen Partner_innen wurde nicht vergessen.

Laura Ettlich gibt auf Nachfrage noch einen wichtigen Hinweis: „Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 23 Jahren können ihre Projekte bei uns vorstellen.“


Jonas Breitengraser, Laura Ettlich, Eduard Gerts und Uwe Schmitter (v. r. n. l.)

Projektleiter Uwe Schmitter hat (fast) das letzte Wort. Noch im Sommer wird es demnach einen Wettbewerb geben, um mögliche Ideen für den Jugendfonds zu generieren.

Auf die Umsetzung wird gespannt gewartet.

Infos/Kontakt:         

Kinder- und Jugendfreizeittreff NORDKLUB
Florian Schulze
Uwe Schmitter
Friederikenstr. 1 d
06844 Dessau-Roßlau
Tel: 0340 / 51 67 550
mobil: 0171 632 93 24
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