Neue Personengruppen erreicht

Bei den Veranstaltungen der Deutsch-Russischen Begegnungen 2018 konnte der Deutsch-Russische Arbeitskreis "Dialog" e.V. viele neue Interessenten erreichen und so Kontakte fördern und Vorbehalte abbauen. Auch mit Blick auf die sehr aktuelle und streitbare Thematik der deutsch-russischen Beziehungen ein wichtiger Beitrag für aufklärende Begegnungen.

Wenn Tatjana Schewschenko über das mit Mitteln des Initiativfonds im Programm "Partnerschaft für Demokratie" geförderte Projekt dieses Sommers spricht, strahlen Ihre Augen vor Begeisterung...und etwas Stolz und Zufriedenheit schwingt dann auch mit. Gemeinsam mit ihrem Mann Günther Ringelspacher ist sie die treibende Kraft im Verein Deutsch-Russischer Arbeitskreis "Dialog" e.V., der seit 2004 angetreten ist, den kontinuierlichen und nachhaltigen Dialog zwischen Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion und den deutschen Mitbürgern in Dessau-Roßlau zu fördern. Dies geschieht als aktive Unterstützung bei der sprachlichen und gesellschaftlichen Integration durch eigene, vielseitige öffentliche Veranstaltungen für Deutsche und Ausländer. Dabei hat der Verein seine Heimat im Sozial-kulturellen Frauenzentrum in der Törtener Straße 44 in Dessau-Roßlau gefunden.

Insgesamt 6 verschiedene Veranstaltungen standen auf dem Sommerprogramm-Kalender, und eigentlich waren alle auch erfolgreich, lockten im Schnitt 15 - 25 Gäste an.

Schon am 09.05.18 ging es mit der höchst interessanten Buchlesung "Sophies Vermächtnis" über das ungewöhnliche Leben der deutschen Kunstgaleristin Sophie Lissitzky-Küppers (1891 - 1978) los, die als Ehefrau des russischen Architekten und Malers El Lissitzky ein Leben zwischen zwei Systemen arrangierte. Das Schicksal dieser faszinierenden Künstlerin fesselte die Zuhörer - mittlerweile ist eine Neuauflage der Lesung in der Lipmann-Bibliothek in Roßlau geplant.

Unter dem Titel "Stalingrad - Mahnung für den Frieden" erinnerte Pfarrer i.R. Günter Donath am 17.05.18 an den 75. Jahrestag der Schlacht von Stalingrad, die als Wendepunkt des Krieges an der Ostfront gilt. Günter Donath berichtete dabei von seinen Eindrücken einer Reise durch das heutige Wolgograder Gebiet. Er lieferte einen überaus beeindruckenden, emotional bewegenden und tiefgründigen humanistischen Bericht über seine Reise und hat die dortige Symbolik und Erinnerungskultur gewürdigt. Die Bilder aus der Erinnerungshalle am Mamajev-Hügel, die Briefe der Soldaten, die Bilder von den Friedhöfen für russische und deutsche Gefallene...das alles hat sehr bewegt, genauso wie der Hinweis, dass in der Ruhmes- und Trauerhalle noch heute Schumanns "Träumerei" erklingt.

Ein besonderes Erlebnis stellte am 24.05.18 eine Bauhaus-Führung in russischer Sprache dar, die auf das bevorstehende Bauhaus-Jubiläum einstimmen sollte. Hier wurde große Lust geweckt, die kommenden Veranstaltungen zu verfolgen und zu besuchen.

Das Leben der Menschen in Russland konnte am 11.06.18 beim farbenprächtigen Reisebericht von Ursula Böhme (Ölmühle Roßlau) über die "Kulturschätze Russlands" nacherlebt werden. Zahlreiche Fotos einer Schiffsreise von Moskau nach St. Petersburg vermittelten einen lebendigen Eindruck über das Leben und die Gastfreundschaft in den alten russischen Städten in der Wolgaregion. 

Etwas tagesaktueller war dagegen die Gesprächsrunde am 20.06.18 mit Dr. Wehmeier von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Wittenberg e.V., der über das 25-jährige Jubiläum des Deutsch-Russischen Forums in Berlin berichtete. Das Deutsch-Russische Forum unter dem aktuellen Vorsitzenden Matthias Platzeck setzt sich seit seiner Gründung 1993 für einen umfassenden gesellschaftlichen Dialog zwischen Deutschland und Russland ein. Dr. Wehmeier erzählte sehr angeregt von den jüngsten Begegnungen und machte dabei viele Fakten und Zusammenhänge klar. Es wurde deutlich, dass die deutsch-russischen Beziehungen für viele sehr wichtig sind und dass man kein Verständnis hat für die aktuelle Verschlechterung der Beziehungen und die mit vielen Nadelstichen praktizierte Russlandfeindlichkeit. Die gerade beendete Fußballweltmeisterschaft wurde indes als positives Beispiel für Gastfreundschaft und Sachlichkeit erlebt. Bei dieser Veranstaltung war auffällig, dass es überwiegend deutsche Teilnehmer*innen waren, die sehr sorgenvoll auf die belasteten deutsch-russischen Beziehungen geschaut haben.

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe am 22.08.18 berichtete Marlies Ross und Marianne Möglich vom Kulturbund Oranienbaum über die besondere Kulturpartnerschaft der Orte Oranienbaum in Anhalt und Russland. Auch wenn der russische Ort mittlerweile Lomonossov heißt gibt es doch viele Gemeinsamkeiten, die jetzt als gemeinsame Publikation des Kulturbund Oranienbaum und des Vereins "Kalinka" aus Lomonossov aufbereitet wurden und an diesem Tage erstmals öffentlich vorgestellt wurden.

Mit der letzten Veranstaltung ist für Tajana Schewtschenko und ihren Mann keineswegs Ruhe eingekehrt. Das passt auch gar nicht zu der lebendigen Frau, die immer voller Ideen steckt. Also können wir auch in Zukunft viel Interessantes vom Deutsch-Russischen Arbeitskreis "Dialog" e.V. erwarten. Hier ist der Name Programm, denn es geht ja eigentlich immer um den Dialog.


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Deutsch-Russischer Arbeitskreis "Dialog" e.V.
Tatjana Schewtschenko
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