Auf der Zielgeraden – Homepage im neuen Look

Die sogenannten „Stolpersteine“ sind eine ganz besondere Herzensangelegenheit für Johanna Bartl, eine der Akteure im Kiez e.V., die sich nun seit Jahren um eine lebendige Gedenkkultur in Dessau-Roßlau bemühen“. Ihr Motto heißt: „Geschichte als Medium für das Ringen um Toleranz, Dialog, Moralität, selbstbestimmtes Handeln.“ Seit 2008 verknüpft die Initiative „Werkstatt Gedenkkultur Dessau-Roßlau“ geschichtswissenschaftliche Recherchen und Publikationen, zivilgesellschaftliches und künstlerisches Engagement, aufklärerische Medienarbeit, Schülerprojekte und die Initiierung von Denkmälern im öffentlichen Raum der Stadt. Dabei wurde die Initiative immer wieder vom LOKALEN AKTIONSPLAN FÜR DEMOKRATIE UND TOLERANZ (LAP) unterstützt (mehr dazu hier und hier…) unterstützt. Mit Hilfe des Nachfolgerprogramms PARTNERSCHAFT FÜR DEMOKRATIE konnte nun das initiativeigene Internetportal inhaltlich überarbeitet und zugleich für mobile Endgeräte optimiert werden. 

Über die Jahre sind im Stadtgebiet zahlreiche „Stolpersteine“ verlegt worden. Auf den Gehwegen der Stadt erinnern Messingplatten an ehemalige, im Nationalsozialismus vertriebene oder getötete Mitbürger – Juden, Zigeuner, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, „Euthanasie“-Opfer. Dessau-Roßlau reiht sich damit ein in das europaweite Gedenkprojekt des Künstlers Gunter Demnig - und entwickelt es konsequent weiter. Mit verschiedenen Publikationen hat die Werkstatt dabei bereits umfangreiches Material für eine pädagogische Arbeit zusammengetragen, das nun sowohl in Schulen und bei Bildungsträgern zum Einsatz kommt (mehr dazu hier und hier…), als auch hilfreiches Instrument zur Organisation (leider) immer wieder notwendiger Protestformen gegen Neonazi-Aktionen im Stadtgebiet Dessau-Roßlau ist.

„Schützenswerte Orte“ der Erinnerung und des Gedenkens werden so benannt, im historischen Kontext erläutert und damit vor dem Vergessen bewahrt. Mit begleitenden Aktionen wie der jährlichen Putzaktion „Stolpersteine sichtbar machen“ und durch das direkte Zugehen auf Lehrkräfte an Schulen und bei Bildungsträgern, gelingt es, Geschichte mit direkten Bezug zum Lebensumfeld der Menschen lebendig und erlebbar zu erhalten.

Aktuell steht die aufwändige, technisch anspruchsvolle Neugestaltung der Homepage www.gedenkkultur-dessau-rosslau.de an. Johanna Bartl berichtet im Gespräch von diesem wichtigen Schritt, um das Thema auch in der Zukunft einfach zugänglich zu halten. Dabei wird der sogenannte „Re-Launch“ der Seite interaktive Nutzungsmöglichkeiten bieten, die für die „Generation Smartphone“ wichtig sind: Einfache Karten- und Routingfunktionen machen das Auffinden der Stolpersteine leicht, laden zu höchst interessanten Wanderungen auf geschichtsträchtigen Wegen ein.

Bis Ende 2017 sollen alle Neuerungen abgeschlossen und die „neue Seite“ dann veröffentlicht werden. Im Gespräch ist bereits eine direkte Verlinkung zur offiziellen Homepage der Stadt Dessau-Roßlau, ein wichtiges Bekenntnis zur kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt.

Nun ist die Verlegung von Stolpersteinen weitgehend abgeschlossen, vermutlich wird es nur noch in Einzelfällen durch das Aufdecken etwa eines bisher unbekannten Schicksals zu weiteren Aktionen kommen. Für Johanna Bartl, Günther Donath, Alois Koschig, Gisela Vogl, Günter Ziegler sowie Dr. Bernd G. Ulbrich (als Biograf) bildet die Freischaltung der Homepage somit so etwas wie den Abschluss jahrelanger Recherche. Was bleibt, ist ein außergewöhnliches Konvolut engagierter zeitgeschichtlicher Arbeit, das auch für zukünftige Interessierte eine wichtige Quelle darstellt. 


 

Informationen / Kontakt

Werkstatt Gedenkkultur
Homepage: www.gedenkkultur-dessau.de
c/o Kiez e.V Dessau
Bertolt-Brecht-Straße 29/29a
06844 Dessau-Roßlau
Telefon: 0340-212032
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